Illegale Casino-Werbung: Google ausgetrickst

Bild: Nano Banana Pro

Der SEO-Experte Timothy M. hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. In einer Reihe von LinkedIn-Beiträgen dokumentiert er Manipulationen in den deutschen Suchergebnissen und hofft damit, die Aufmerksamkeit von John Mueller zu gewinnen, Googles legendärem Search Advocate. Inspiriert von David Lettermans elf Jahre dauernder Kampagne um einen Auftritt von Oprah Winfrey gibt sich Timothy optimistisch.

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Bild: Timothy M./LinkedIn

In einem seiner neusten Beiträge dokumentiert er eine ausgeklügelte Methode, mit der Betrüger deutsche Suchergebnisse für illegale Online-Casinos kapern. Die Domain pnewind.com gehörte einst einem deutschen Windenergie-Entwickler. Im April 2025 kauften Spammer sie für rund 3.700 US-Dollar über GoDaddy Auctions und leiteten die gesamte Autorität per Canonical-Tag auf eine Casino-Seite um. „Alle werden geblockt, nur der Googlebot nicht. Google zu blockieren würde den Zweck verfehlen, und auch wenn das aggressives SEO ist, ist es kein dummes SEO“, schreibt Timothy.

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Bild: Timothy M./LinkedIn

Innerhalb weniger Monate wuchs die Zahl der verweisenden Domains von 172 auf über 5.400. „Das passiert nicht auf natürlichem Weg, es sei denn, man hat Krebs geheilt. Das war künstlich“, kommentiert er die Entwicklung. Die Spammer übernahmen weitere abgelaufene Domains wie transtec.de oder bang-your-head.de und erbten so hochwertige Backlinks von Microsoft, Huawei und Bloomberg.

Timothy vermutet, dass die Methode eine Verzögerung in Googles Spam-Erkennung ausnutzt. „Diese Verzögerung ist die Lücke. Google hat versucht, sie zu schließen, aber Timing ist alles.“

Ob John Mueller oder Google generell reagieren, bleibt abzuwarten.

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